An Schülerinnen und Schüler der 3. Klasse einer Grundschule


 

 

[97] Aachen, den 21. 10. 1981

Liebe Klasse 3!

 

Über eure vielen Briefe habe ich mich so sehr gefreut, dass ich gerne die von euch gewünschten Bilder schicke. Darüber hinaus möchte ich jedem doch noch einen kurzen persönlichen Gruß sagen:

 

Die Susanne hat so viele Fragen gestellt, dass ich wenigstens ein paar kurz beantworten will.

Zum Bischof wird man gewählt. Persönlich habe ich nie damit gerechnet, einmal Bischof von Aachen zu werden. Ich muss aber sagen, dass ich mich in der Zwischenzeit sehr wohl fühle in Aachen.

Kardinäle gibt es im Bistum Aachen nicht. Ordensschwestern gibt es ca. 2609. 20 junge Männer habe ich zu Priestern geweiht.

 

Dem Jan möchte ich sagen, dass ich drei Weihbischöfe habe, wovon einer, Bischof Buchkremer, im Ruhestand lebt. Die anderen beiden sind Dr. Gerd Dicke und Weihbischof August Peters.

Geboren bin ich am 3. April 1929, am 6. Dezember feiere ich meinen Namenstag.

 

Dem Matthias wünsche ich, dass er bald einmal den Aachener Dom kennen lernt und ihm nicht die Legosteine ausgehen. [98]

 

Hans kann wirklich tolle Blumen malen. Und da er schon so genau weiß, was ein Bischof alles trägt, wird er vielleicht später auch einmal einen Hirtenstab erhalten.

 

Thomas bitte ich ganz herzlich, seine drei großen Geschwister zu grüßen.

 

Der Sandra muss ich bescheinigen, dass sie alles gut mitbekommen hat im Religionsunterricht. Zum Glück brauchen aber die Bischöfe nicht immer violette Kleidung zu tragen, manchmal haben sie auch einfach nur einen schwarzen Anzug an. Dann erkennt man sie aber immer am Ring an ihrem Finger. Das ist vielleicht auch für Alexander wichtig zu wissen.

 

Kristina sollte vielleicht auch bald einmal in den Aachener Dom gehen und sich den „Marmorsessel“ ansehen. Sie wird merken, dass es eher ein Thron ist, in dem man nicht ganz so bequem wie in einem Sessel sitzt.

 

Barbara möchte doch bitte von mir einen lieben Gruß an Kaplan S. und Dechant K. bestellen. Im vorigen Jahr durfte ich dort zu Gast sein. Es hat mir da sehr gut gefallen.

 

Wenn ich demnächst einmal Andrea begegne und ich Stab und Mitra trage, dann wünsche ich mir, dass sie Stab und Mitra einmal ganz aus der Nähe anschauen kann.

 

Schon heute freue ich mich darauf, unter Umständen den Wendelin bald einmal firmen zu dürfen. Im Übrigen trage ich nicht immer die Bischofsmütze und den Hirtenstab mit mir herum, sondern nur bei besonders festlichen Anlässen. [99]

 

Der Elke wünsche ich, dass sie weiterhin eine so schöne Schrift behält.

 

Den Sven bitte ich, ein wenig für mich zu beten, damit ich tatsächlich das Bistum Aachen gut „leite“.

 

Die Nasli hat nun wieder eine Menge Fragen. Im August vorigen Jahres war ich noch in der Pfarre St. M. zur Firmung. Seit 1952 bin ich Priester. Am 8. November 1975 empfing ich im Hohen Dom zu Aachen die Bischofsweihe. Normalerweise feiere ich einmal am Tag die heilige Messe, sonntags kommt es jedoch auch häufiger vor. Zuletzt habe ich die Gemeinde Hl. Kreuz in Aachen besucht. Was ich so alles an einem Tag zu tun habe, hat mein Kaplan einmal zusammengeschrieben. Ich lege dir und für die ganze Klasse diesen kleinen Aufsatz bei. Vielleicht wird eure Lehrerin, Frau N., ihn euch ein wenig erklären.

 

So, nun ist der Brief doch ganz schön lang geworden. Ich wollte aber wenigstens jedem von euch persönlich einen kurzen Gruß schicken. Vielleicht sehen wir uns bald einmal in G.

 

Euer

Bischof Klaus

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