Trinität und Kirche


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Trinität und Kirche
I. Der Weg von innen: die Theologie von „Christifideles laici“ 1. Die doppelte Leitidee
2. „Trinitarische“ Christologie
3. Die Funktion des Heiligen Geistes
4. „Strukturelle“ Konsequenzen
5. Die trinitarische Konstitution des Gläubigen und der Kirche
II. Der Weg von außen: die Gliederung des Dokumentes
1. Einleitung: Hinführung zur trinitarischen Christologie
1. Einleitung: Hinführung zur trinitarischen Christologie
3. Kirche als Gestaltwerdung trinitarischen Lebens


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Trinität und Kirche
Zur Trinitätstheologie von „Christifideles laici“

[72] Die nachsynodale Adhortatio Apostolica von Papst Johannes Paul II. „Christifideles laici“ (CL) berücksichtigt in einem bis dahin ungekannten Ausmaß den „Originalton“ der Bischofssynode von 1987, auf die sie sich bezieht.[1] Das Dokument ist dadurch genötigt, eine Fülle unterschiedlicher Themen und Gedanken zur Synthese zu brin­gen. Dies gelingt zum einen durch eine straffe und transparente Glie­derung, die jedem Teil seinen Ort im Ganzen anweist; zum andern ist aber diese Gliederung selbst nicht ein äußerliches Ordnungsprin­zip, sondern Ausdruck einer komplexen theologischen Einheit des gesamten Dokumentes. Und diese Einheit – so unsere These – ist jene einer trinitarischen Ekklesiologie, die von Lumen gentium über das Schlußdokument der Außerordentlichen Bischofssynode 1985 eben zu diesem theologischen Ausdruck der Bischofssynode von 1987 führt. Wir dürfen sagen: Communio-Ekklesiologie als trinitarisch orientierte Ekklesiologie findet hier ihre Bestätigung und Fortentwicklung über die bisherigen Dokumente hinaus.

Ist eine solche theologische Synthese, in welche die Materialien der Synode eingefügt werden, dann aber nicht doch etwas dem Gang und der Aussage der Synode Fremdes und Äußerliches? Kei­neswegs. Wer den Gang der Interventionen, die Arbeit der Sprach­zirkel, deren Relationen im Plenum und die in „Tuchfühlung“ mit der Synode erfolgten Äußerungen des Papstes im synodalen Kon­text verfolgte und dabei nach einem inneren Zusammenhang fragte, konnte unschwer den inneren Einheitspunkt in einer Communio-Theologie, die trinitarisch geprägt ist, finden. Die in der ersten Pro­position von den Synodenvätern dem Papst vorgetragene Bitte, für [73] sein postsynodales Schlußdokument nicht nur die Propositionen selbst, sondern auch diese anderen eben genannten Quellen heran­zuziehen, wurde denn auch in der Erstellung des Dokumentes breit berücksichtigt. Die trinitarische Ekklesiologie des Apostolischen Mahnschreibens greift konkret auf Anregungen aus Sprachzirkeln und Relationen zurück.

Im folgenden soll nun, in einem zweifachen Vorgang, die trinita­rische Ekklesiologie herausgeschält werden, die das Dokument prägt. Dabei wird die Frage nach dem Laien und seiner Identität hinter den Blick auf die Kirche als ganze zurücktreten. Doch ist ge­rade dies typisch für die Sicht des Laien in unserem Dokument, daß er nicht so sehr durch eine äußere Definition in Abgrenzung von an­deren Berufungen in der Kirche zur Sprache kommt, als vielmehr dadurch, daß Kirche selbst zur Sprache kommt.

In einem ersten Zugang versuchen wir den Leitfaden aufzuspü­ren, der von innen her die Einheit des ganzen Dokumentes gewähr­leistet und seine ekklesiologischen Aussagen zurückbindet an das Mysterium des dreifaltigen Gottes. In unserem zweiten Zugang greifen wir zurück auf die Gliederung des Dokumentes und er­schließen aus ihr die trinitarische Gesamtsicht, die es ausfaltet.

 



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