Der Ort der Akademie in der Kirche


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Der Ort der Akademie in der Kirche
I. Der theologische Ort der Akademie
II. Akademie und Seelsorge



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[304] Wenn ein Seelsorger zu seinem Pastoralblatt greift und ein ganzes Heft der Sache der jungen Akademie der Erzdiözese Freiburg gewidmet findet, so erwartet er wohl Auskunft auf zwei Fragen, die ihn im Blick auf die Akademie interessieren. Die eine läßt sich etwa so formulieren: Was hat die Arbeit der Akade­mie mit meiner Arbeit zu tun? Wo berührt sich ihre Aufgabe mit der meinen? Doch bald wird sich dieselbe Frage noch weiter, noch katholischer stellen: Wie sind die Seelsorge in der Pfarrei und die Wirkweise der Akademie hineingeordnet in das große Ganze des Sichbeziehens und Sichergänzens, in das sich die innere Einheit des mystischen Herrenleibes und seine Wirksamkeit in der Welt entfaltet? Auf diese Frage soll der folgende Beitrag versuchen, Antwort anzudeuten.

Die andere Frage ist praktischer Natur: Was bieten die Ergebnisse der bisherigen Akademiearbeit dem Seelsorger für seine Arbeit an Anregung und Anhalt zum Nachdenken? Darüber möchten die Berichte im zweiten Teil dieses Heftes Aufschluß geben. Doch nun zur eigentlichen Sache dieses Artikels. Den Ort der Akademie in der Kirche zu bestimmen – er ist mit der eingangs erwähnten Frage doch gemeint – ist unausweichlich nicht nur ein praktisches, sondern zunächst ein theologisches Problem. Gewiß erwächst die Gestalt der Kirche mit aus den konkreten Gegebenheiten einer jeden Zeit. Aber daß dies so ist, bedeutet bereits etwas Theologisches: Wäre die Kirche nicht als leibhaftige der Geschichte anheimgegeben, so entspräche ihrem Wesen eine schematische Konservierung etwa des Urchristentums ohne Rücksicht auf den Gang der Jahrhunderte am genauesten. Es wird also, wie in den übrigen Punkten unserer Seelsorge, so auch hier nützlich sein, den theologischen Boden nicht nachträglich für eine Praxis, die der Zufall diktiert hat, zu suchen, sondern diese schon anfänglich auf den Grund einer theologischen Überlegung zu bauen.

Die zwei Teile des folgenden ergeben sich nun von selbst: es gilt zunächst, den theologischen Ort der Akademie zu ermitteln, um dann ihre Aufgabe ins Verhältnis zu setzen zur Wirklichkeit gegenwärtiger Seelsorge.



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