Pilgerndes Gottesvolk – geeintes Gottesvolk


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Pilgerndes Gottesvolk – geeintes Gottesvolk
I. Einheit und Unterwegssein in „Lumen gentium“ 1-4
II. Einheit als Wegspur unserer Zeit
III. „Einheit“ und „Weg“ in der Perspektive des trinitarischen Gottes
IV. Trinität als Ikone des pilgernden Gottesvolkes – pilgerndes Gottesvolk als Ikone der Trinität
V. Ein ökumenischer Seitenblick
VI. Vorblick: Einheit der Menschheit
VII. Zum Schluß: der Schlüssel

 

VII. Zum Schluß: der Schlüssel

Wäre das, was bisher gesagt wurde, alles, so wäre ein Vorbehalt un­vermeidbar: zu glatt, zu wenig „geerdet“, zu weit weg von den so bedrängend erfahrenen Spannungen im Leben der Kirche, im Leben der Einzelnen, im Leben der Menschheit. Es gibt nur eine Berechti­gung für eine solchermaßen „idealtypische“ Skizze, die das Bild der aus der Einheit der Dreieinigkeit geeinten Kirche einschreibt in das nüchterner und demütiger wirkende Bild der Kirche als pilgerndes Gottesvolk. Diese Berechtigung ist der gekreuzigte Christus, jener, der die Ferne Gottes, das Schweigen [374] Gottes, die Verlassenheit von Gott ausgehalten und ausgelitten hat. Nur weil in ihm sich Gott ganz einsmachte mit der wirklichen Welt, gibt es jenen Weg, auf welchem unser Leben, wie es ist, Platz findet im Herzen Gottes für ewig und Gottes Leben Platz findet im Leben der Menschen und der Menschheit für immer. Nur im Nullpunkt Jesu radikaler Selbsthin­gabe bis hin zur Gottverlassenheit sind auch alle menschlichen Erfahrungen geeint, kompatibel, in Ruf- und Reichweite zueinander.

Der Entschluß, dem pilgernden Gottesvolk, dem aus der Dreifal­tigkeit geeinten Gottesvolk das Leben und den Dienst zu schenken, kann nur gültig und wirksam werden im täglich neuen Ja zu diesem Kreuz- und Schlüsselpunkt der Gottes- und Menschengeschichte. Hier berühren wir die Lebensmitte auch dessen, dem diese Überlegungen gewidmet sind.

 



[1] Lumen Gentium 4.

[2] Lumen Gentium 1.

[3] Lumen Gentium 1.

[4] Lumen Gentium 2.

[5] Lumen Gentium 2.

[6] Lumen Gentium 3.

[7] Lumen Gentium 4.

[8] Cyprian von Karthago: De Dominica oratione XXIII., in: Mareschini, C. (Hg.): Sancti Cypriani Episcopi Opera II (CCL IIIa), Turnhout 1976, 105.

[9] Cyprian von Karthago: De Dominica oratione XXIII., in: Mareschini, C. (Hg.): Sancti Cypriani Episcopi Opera II (CCL IIIa), Turnhout 1976, 105.

[10] Lumen Gentium 1.

[11] Cyprian von Karthago: De Dominica oratione XXIII., in: Mareschini, C. (Hg.): Sancti Cypriani Episcopi Opera II (CCL IIIa), Turnhout 1976, 105.

[12] Bonaventura: Collationes in Hexaemeron, XI, 8, in: Sancti Bonaventurae Opera omnia V, Quaracchi 1891, 381. Vgl. Hemmerle, K.: Theologie als Nachfolge, Freiburg i. Br. 1975, 152-159.

[13] Vgl. Bonaventura: Collationes in Hexaemeron, XI, 12. in: Sancti Bonaventurae Opera omnia V, Quaracchi 1891, 382. Vgl. Hemmerle, K.: Theologie als Nachfolge, Freiburg i. Br. 1975, 159-162.

[14] Vgl. Lumen Gentium 7.

[15] Lumen Gentium 9.

[16] Vgl. zur Struktur dieses vielfältigen einenden Inneseins die „Wie“-Aussagen in Joh 17, 20-26.

[17] Vgl. Hemmerle, Klaus: Dreifaltigkeit. Lebensentwurf für den Menschen aus dem Le­ben Gottes, in: ders. (Hg.): Dreifaltigkeit – Schlüssel zum Menschsein, Schlüssel zur Zeit. Beiträge zu Zeitfragen des Glaubens, München 1989, 119-133.

 



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