Philosophisch-Theologische Reflexionen zum Thema: „Unsere Verantwortung für die Welt von morgen“


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Philosophisch-Theologische Reflexionen zum Thema: „Unsere Verantwortung für die Welt von morgen“
I. Die Welt
II. Das Morgen
III. Unsere Verantwortung

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[17] Es könnte sein, daß unter Technikern die Meinung besteht, die Kunst des Technikers sei es, über komplizierte Dinge einfach zu sprechen, die Kunst des Philosophen sei es, über einfache Dinge kompliziert zu sprechen. Ich möchte gerne zufügen, daß der Phi­losoph zwar vom Techniker hier einiges lernen dürfe, einiges, aber nicht alles. Denn er muß immerhin suchen – und das ist in einer anderen Weise kompliziert als die Darstellung der Fakten und Daten –, etwas Verborgenes so ans Licht zu heben, daß es ebenso zugänglich werde wie verborgen bleibe. Diese Reflexion auf die Verborgenheit des Verborgenen, auf das, was beim Ver­borgenen anders ist als bei dem, was ans Licht zu heben und zu zählen und zu messen ist, bringt eine besondere Schwierigkeit mit sich. Diese Schwierigkeit ist dann freilich ihrer selbst nicht mehr bewußt, wenn sie sich selber genießt, wenn sie dies nicht mehr als eine Not empfindet und den anderen Zugang und die Notwendigkeit des Anderen, des Technischen, nicht mit in Rech­nung stellt und anerkennt.

Wenn ich mich hier zu dem Thema „Verantwortung für die Welt von morgen“ äußere, möchte ich über verborgene Implika­tionen nachdenken innerhalb der drei Grundbegriffe, die in die­sem Thema zusammengefaßt sind: „Welt“, „Morgen“, „Unsere Verantwortung“. Etwas recht Merkwürdiges muß, wie ich glau­be, hierbei der Ausgangspunkt sein. Wir fragen ja deswegen nach den Rohstoffen, nach der Energie, nach der Umwelt, weil dies Fakten unseres menschlichen Lebens und Zusammenlebens, Fakten der Welt sind. Ich muß danach fragen: Was ist das, die Welt? Ich muß sodann in den Blick rücken, daß Welt nicht nur jetzt ist, sondern Welt möglicherweise und hoffentlich auch mor­gen. Ich muß aus diesem „Zusammen“ von Welt und morgen dann zurückstoßen in die Konsequenzen, die aus unserem Heute­sein für eine Welt von morgen folgen: unsere Verantwortung.



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