Voraussetzung des pastoralen Dienstes: dienende Gemeinde


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Voraussetzung des pastoralen Dienstes: dienende Gemeinde
I. Die Zukunft von Gemeinde
II. Grundprobleme der Gemeinde heute
1. Identifikation*
2. Partizipation*
3. Offenheit - Geschlossenheit*
III. Der Sinn von Gemeinde: Gleichzeitigkeit
IV. Dimensionen der „Gleichzeitigkeit“
1. „Gleichzeitig“ zu Ursprung und Tradition*
2. „Gleichzeitig“ zu allen in der Gemeinde*
3. „Gleichzeitig“ zu den anderen Gemeinden und zur Gesamtkirche*
4. „Gleichzeitig“ zu Gesellschaft und Welt*
V. Utopie oder Weg?
[27] 2. „Gleichzeitig“ zu allen in der Gemeinde*

Gleichzeitigkeit miteinander: das heißt in der Gemeinde Gleichzei­tigkeit der verschiedenen Gaben und Dienste miteinander, damit in ihnen der eine Geist sichtbar und damit aus ihnen der eine Leib des Herrn auferbaut wird. So muß jede Gemeinde offen sein für die Pluralität unterschiedlicher Dienste und Geistesgaben, muß sich selbst als deren Adressaten verstehen, wie umgekehrt jeder einzelne seine Gabe nicht für sich und die Menschen seiner Wellenlänge allein reservieren kann, sondern nach Geist und Beispiel Jesu zu verschen­ken hat ans Ganze. Einheit der Gaben und Dienste ist so gerade mehr als bloß organisatorische Koordinierung; sie ist leibhaftige Einübung in den Geist Jesu.

Einheit miteinander in der Gemeinde umfaßt daher – nach gut bi­blischem Vorbild – nicht nur die Gaben und Dienste, sondern auch die unterschiedlichen Gruppierungen, Traditionen, Standpunkte: Einheit aus Juden und Griechen (vgl. Eph 2). Gerade daran wird die Gleichzeitigkeit Jesu mit seiner Kirche und in seiner Kirche sicht­bar, daß Menschen, die „normalerweise“ nicht viel miteinander zu tun haben wollten, einander annehmen, füreinander einstehen, mit­einander eins werden.

Solche Einheit miteinander überholt nicht nur die Positionen rechts oder links, vorne oder hinten, sondern auch die Positionen Mitte oder Rand. Nichts gehört tiefer in die Mitte der Gemeinde als gerade der Rand; denn die Vorliebe für jene am Rand ist die Gleich­zeitigkeit mit der Vorliebe Jesu.



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