Unser Lebensraum – der dreifaltige Gott


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Unser Lebensraum – der dreifaltige Gott
Die Herrschaft Gottes ist Gott selbst
Grundpfeiler der Fokolar-Spiritualität
Gott wird anders
Von der Liebe zu sprechen war faszinierend
In Jesus Christus sagt Gott sich selber aus
In Jesus eröffnet sich der Vater
Das Leben wird anders
Ich bin gerufen, habe Verantwortung
Der Gekreuzigte als die Ikone Gottes
Der ganz und gar neue Gott

 

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Unser Lebensraum – der dreifaltige Gott
Die Gotteserfahrung von Chiara Lubich

[17] Das Kostbare und Neue an der Fokolar-Bewegung liegt für mich in ihrer spezifischen Erfahrung mit Gott. Sie ist an die Person und Ge­schichte von Chiara Lubich gebunden und ist doch von Anfang an eine gemeinschaftliche Erfahrung. Statt aus der Beobachterperspek­tive oder von ihren Schriften her mein Thema anzugehen, wähle ich lieber als Zugang meine erste persönliche Begegnung mit dem Fokolar.

Im Sommer 1958 – ich war seit sechs Jahren Priester – reiste ich von Freiburg zur Mariapoli in Fiera di Primiero nahe Trient, einem Sommertreffen, zu dem Menschen aus aller Welt gekommen waren, um die Fokolar-Bewegung kennenzulernen. Wenigstens auf Zeit wollten sie an ihrem Leben teilnehmen. Es war meine erste Begeg­nung mit der „Mariapoli“. Hier wurde in einer neuen und unmittel­baren Weise versucht, die biblische Botschaft von der Liebe zur Grundlage eines buchstäblich gelebten Christentums werden zu las­sen. Das stand auch für mich im Mittelpunkt. Doch ohne daß ich mir darüber Rechenschaft gab, ging mir zugleich etwas anderes auf. Aber ist das überhaupt etwas anderes? Es war eine Nähe und Ge­genwart Gottes, wie ich sie trotz meiner intensiven theologischen Studien nie zuvor erlebt und ermessen hatte.

In jenem Jahr fand in Brüssel die EXPO statt, die Weltausstel­lung. Da sagten sich die Fokolare in ihrer unbekümmerten Art: „Aber eines haben sie in Brüssel vergessen. Die haben Gott nicht ‚ausgestellt‘. Das machen wir jetzt. Auf der Mariapoli stellen wir Gott aus. ‚Expo di Dio‘, Ausstellung Gottes, soll sie heißen.“ Dazu benötigten sie nicht eine langfristige Planung und raffinierte Mittel. Sie hatten sich einfach vorgenommen, durch ihr Leben Gott sicht­bar werden zu lassen. Das ließ sich nicht planen. Aber weil sie Gott in ihrem Miteinander seit Jahren erfahren hatten, konnten sie riskie­ren, viele andere zur selben Gotteserfahrung einzuladen. Ich muß sagen: Die Rechnung ist aufgegangen – nicht nur bei mir, sondern auch bei vielen anderen. Zum ersten Mal habe ich da Gott wirklich erfahren.

 



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