Was fängt die Jugend mit der Kirche an? Was fängt die Kirche mit der Jugend an?


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Was fängt die Jugend mit der Kirche an? Was fängt die Kirche mit der Jugend an?
I. Der fundamentaltheologische Ansatz des Verhältnisses Kirche – Jugend
II. Kirche und Jugend: das „Neue“ der gegenwärtigen Situation
III. Signifikante Erfahrungen junger Menschen heute
IV. Weiterführende Perspektiven

 

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[306] Das Thema, das die Überschrift anzeigt, ist ebenso dringlich wie problematisch. Es ist problematisch; denn was ist das: die Jugend?, und was ist, im Verhältnis zur Jugend gesehen, die Kirche? Und des weiteren: sind das zwei Pole, die je in sich stehen, so daß der je an­dere nur außerhalb des je einen wäre? Und doch gibt es ein Profil der jetzigen jungen Generation, das sich bei aller inneren Vielfalt ab­hebt von dem der Jugend etwa zur Zeit der Jugendbewegung, zur Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg, zur Zeit der späten sechziger Jah­re. Es gibt ebenso ein Profil von Kirche, das heute nicht einfachhin mit dem zusammenfällt, wie Kirche sich vor oder unmittelbar nach dem Konzil darstellte. Und es gibt ein Interesse und Desinteresse junger Menschen an der Kirche, ein Zugehen auf sie und ein Sichab­wenden von ihr – und es gibt Aufbrüche, Bewegungen, Krisen, Rat­losigkeiten im Bereich der Kirche bei ihrem Bemühen, ihren Auf­trag für die kommende Generation auszufüllen. Wir dürfen sagen: Die Distanz eines Großteils der jungen Generation zur Kirche griff kaum einmal so tief und erfaßte kaum einmal so viele junge Men­schen wie heute. Zeichen neuer Unbefangenheit, religiöser An­sprechbarkeit, neuer Solidarität zwischen Hoffnungen und Ängsten der jungen Generation und Grundmotiven christlicher Botschaft – das alles ist gewiß auch nicht zu übersehen. Aber die lautlose Frem­de der vielen wird davon nicht erfaßt. Und auch unter jenen, die der Kirche zugetan sind und in ihr sogar mittun, klaffen Abgründe zwi­schen Lebenserfahrung und Lebenshaltung einerseits und der Bot­schaft und Norm, welche die Kirche verkündet, andererseits.

Wir wollen im folgenden nicht eine Bestandsaufnahme versu­chen, nicht ein praktizierbares Aktionsmodell entwickeln. Alles das wäre wichtig. Aber nicht minder wichtig erscheint uns etwas ande­res: eine fundamentaltheologische Besinnung auf das, was Kirche je­weils und gerade heute mit der jungen Generation zu tun hat. Aus solcher Rückfrage heraus werden vielleicht auch die Zeichen der Zeit neu lesbar und deutbar. Mehr als eine Skizze, mehr als dürre Striche können hier nicht gegeben werden. Aber vielleicht sind sie ein Anstoß zum Nachdenken, Weiterdenken oder auch Wider­spruch. Die Sache ist wichtig genug, um so gründlich und grund­sätzlich wie möglich angegangen zu werden.

 

 



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